Technische Daten und Drehmomente BMW R1200GS TÜ

Hier eine Liste der technischen Daten der BMW R1200GS TÜ und mit den wichtigsten Drehmomenten außerhalb des Motors:

BMW Farbcodetabelle

Hier eine Farbcodetabelle fast aller aktuellen BMW Motorräder:

Wartungsintervalle der BMW R1200 (K25)

Da ich immer wieder vergesse, wann welche Wartungsarbeiten an der R1200xx Serie durchgeführt werden müssen, habe ich sie hier zusammengeschrieben:

Tätigkeit

40'km

20'km

10'km

Intervall

Getriebeölwechsel     2 Jahre
Riemen für Generator ersetzen     6 Jahre
Alle Zündkerzen ersetzen    
Luftfiltereinsatz ersetzen    
Ölwechsel im Hinterradantrieb   2 Jahre
Ölwechsel im Motor mit Filter 1 Jahr
Ventilspiel prüfen  
Motor-Synchronisation einstellen  
Bremsflüssigkeit wechseln       2 Jahre

BMW R1200GS - 20.000km Service

Vor meiner Urlaubsreise habe ich noch das 20.000km Service erledigt. Ich habe ja schon einige Arbeiten vorgezogen und beim 10.000km Service erledigt, aber sie trotzdem nochmals durchgeführt - sicher ist sicher.

Hier die Arbeiten, vom 20'km Service:

  • Tausch des Luftfilters gegen einen K&N Luftfilter für mehr Durchsatz
  • Ventilspiel prüfen (Foto rechts anklicken für Fotostrecke)
  • Motorölwechsel
  • Getriebeölwechsel
  • HAG Ölwechsel
  • Motor-Synchronisation einstellen
CJW 4117

Ventilnocke small

 

Beim Ventilspiel waren alle Einlassventile um die 0,15mm, während alle Auslassventile 0,35mm Spiel hatten. Auf der linken war es tendenziell sogar etwas mehr, allerdings brachte man auf keiner Seite ein 0,40mm Blatt durch. Ich rechne also damit, beim 40.000 Service neue Halbkugeln kaufen zu müssen um ds fortschreitende Auslassventilspiel zu kompensieren (max. 0,40mm).

Das alte Getriebeöl war optisch durchaus OK, allerdings lässt es sich nach dem Einfüllen des neuen Procycle 75W-150 viel, viel leichter schalten.

 

Das Öl im HAG wurde zwar erst bei 10.000km getauscht, doch es kam schon wieder eine dunkle schwarze Brühe raus. Es fanden sich auch zahlreiche kleine Metallsplitter im Öl und die Ölablaßschraube war nach 10'km vollgefüllt mit Metallschlamm. Es macht vielleicht durchaus Sinn, das Öl alle 10.000km zu wechseln, besonders weil das Procycle 75W-150 pro Liter nur 10 Euro kostet.

Die Zündkerzen habe ich zwar vor 10 Tagen bestellt, aber leider sind sie noch immer zu mir unterwegs, sodass ich vermutlich die Kerzen erst nach meinem Urlaub tauschen werde.

Danach wurde die Synchronisierung überprüft und es war keine Einstellung notwendig.

Der Rest wurde mit dem Computer erledigt:

  • Fehlerspeicher mit BMW Motorrad Diagnosesystem auslesen
  • Servicedatum setzen
  • Service Restwegstrecke setzen
  • Servicedatum und Service Restwegstrecke setzen
  • Ladezustand der Batterie prüfen

Auspuff poliert

Aufgrund der hässlichen rostbraunen Farbe der Krümmer wurden diese gestern von meinem Fahrzeug demontiert. Heute, am Tag des Wien Marathons, habe ich auf meine Art Ausdauer bewiesen und 5 Stunden geschliffen und poliert.

Dazu wurde zuerst der Zunder mit einem Schleifpapier 600er Körnung entfernt. Dabei habe ich aber auch gleich die produktionsbedingten Unebenheiten durch die Schweißnaht und durch das Biegen des Rohres entfernt.

CJW 3688 small
CJW 3722 small

Danach wurde der gesamte Auspuff mit einer Bastscheibe und Autosol poliert, bis keine Schleifspuren mehr zu sehen waren. Anschliessend wurde die bereits glänzende Oberfläche mit Segelleinen auf Endglanz poliert.

Ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis, aber ich befürchte, dass die Freude nur von kurzer Dauer sein wird. Spätestens im Winter brennt sich durch das Salz der Straßendreck wieder in die Oberfläche des Auspuffs.

Entriegelungswerkzeug für Brems- und Kupplungsflüssigkeitsbehälter

Da BMW den Brems- und Kupplungsflüssigkeitsbehälter gegen Öffnen und Schliessen mit Rasten gesichert hat, hab ich das passende Werkzeug zum Entriegeln konstruiert.

Auslöser für den Aufwand war eine Bitte im GS-Forum, eine Bauanleitung für ein Entriegelungswerkzeug zu erstellen. Da ich an dem Tag sowieso in der Garage zu tun hatte, habe ich die Behälter vermessen, fotografiert und das Werkzeug dazu konstruiert.

Entriegelungswerkzeug 321510 Behaelter 2d small v01

Entriegelungswerkzeug small v01

Die Dicke des Werkzeugs wird durch den Abstand zwischen Deckel und Behälter festgelegt. Dieser ist beim Kupplungsflüssigkeitsbehälter 1,5mm. Wenn man den "Kupplungsdeckel" aber ein wenig zu fest anzieht, schrumpft der Abstand aber leicht auf 1mm weil sich der Dichtungsgummi leicht komprimieren lässt. Aus diesem Grund empfehle ich die Verwendung von 1mm dicken Stahl, oder ein Abschleifen in der "Kontaktzone" auf 1,0mm, wenn man nicht immer selbst am Motorrad arbeitet.
Die Wahl des Material sollte eigentlich einfach sein, da es kaum mechanische Anforderungen an das Werkeug gibt. Die Nasen die den Deckel halten, können schon mit ca. 2N eingedrückt werden, um den Deckel drehen zu können.
Wegen der Rostfreiheit würde ich aber ein Lackschicht über den Stahl oder die Verwendung von Aluminium empfehlen.
Entriegelungswerkzeug 2d v01

R1200GS 2010er: 10.000er service

Ich habe das 10.000km Service auf 8.200km vorgezogen!

Grund dafür war eine Bemerkung meines Lieblingsmechanikers, dass ich das Service selbst wahrscheinlich nicht dürchführen könne - tiefer kann man eigentlich nicht mehr schlagen!
Die Rede war vom HP2 Zylinderkopf, der ab dem 2010er Model in der R1200GS verbaut wird.

Hier die nennenswerten Arbeiten, die beim 10'km Service zu erledigen waren:

  • Ölwechsel im Motor mit Filter
  • Ventilspiel prüfen
  • Getriebeölwechsel
  • Bremsflüssigkeit vorn & hinten wechseln
  • Motor-Synchronisation einstellen
31012011050 small

Beim Öl bin ich auf das vollsynthetische Castrol Power 1 RS 4T 10W-50 umgestiegen, da ich auch bei -15°C fahren muß und mir so bessere Schmierung auf Kurzstrecken erwarte.

Nachfüllen werde ich bis zum Sommer das teilsynthetische Castrol Twin 20W-50, um bei höheren Temperaturen ausreichende Viskosität zu haben. Im vergangenen Jahr hatte ich im Sommer Probleme mit dem 10W-50 während eines Einsatzes als Kamerafahrer, weil das Öl einfach durch die Belastung zu dünnflüssig wurde.

CJW 3396 small

Für das Getriebe habe ich das Castrol MTX Getriebeöl (SAE 75W-140) verwendet.

In beiden alten Ölen fand ich unter dem Mikroskop nur minimalste Anteile von Metallpartikel. Alle waren unter einer Größe von 0,002mm und mit dem freien Auge überhaupt nicht sichtbar. Es schaut also danach aus, dass ich mein Moped kein Montagsfahrzeug ist.

Das Ventilspiel habe ich vermessen und beträgt bei allen vier Auslassventilen sehr genau 0,30mm. Die Einlassventile variieren zwischen zwischen 0,13mm und 0,18mm, wobei die oberen immer ein um paar Hunderstel mehr Spiel zu haben scheinen. Alles ist aber im Normbereich.

Zulässiges Ventilspiel:

Einlassventil: 0,13 ... 0,23mm

Auslassventil: 0,30 ... 0,40mm

 

hier noch Fotos vom Ventileinstellen, die ich mit öligen Findern, ohne fremde Hilfe, in einer dunklen Garage und einer Handykamera nicht zusammengebracht habe: 

Ventilspiel einstellen

 

Schockiert war ich über die neuen Zündkerzen die man verwendet: NGK MAR8B-JDS
Damit ist man nämlich auf 14er Zündkerzen umgestiegen und mein exklusiver magnetischer 16er Zündkerzenschlüssel ist nach nur 1,5 Jahren ausser Dienst gestellt worden. Übrigens ist die nächste kleiner Größe von Zündkerzen für Modellflugzeuge gedacht.

Die Bremsflüssigkeit habe ich laut Vorgabe ebenfalls getauscht, obwohl man den Sinn eines Tausches nach 8 Monaten in Frage stellen könnte. Im Vergleich zu meiner 2006er R1200GS ist das ein Kinderspiel ist und es ist immer gut zu wissen, wie etwas funktioniert. Vermutlich ist der Grund dieses frühen Tausches aber auch die damit verbundene Garantie, potentiellen Schmutz und Restfeuchte sicher aus dem System zu entfernen ...?

Die Motor-Synchronisation habe ich ausgelassen, da dieser perfekt läuft.

 

Der Vollständigkeit halber hier die restlichen Punkte, die bei einem 10.000km Service durchgeführt werden:

  • Sichtkontrolle des hydraulischen Kupplungssystems
  • Sichtkontrolle der Bremsleitungen, Bremsschläuche und Anschlüsse
  • Bremsbeläge und Bremsscheiben vorn und hinten auf Verschleiß prüfen
  • Seilzüge auf Leichtgängigkeit, Scheuer- und Knickstellen und Spiel prüfen
  • Reifenprofiltiefe und -fülldruck prüfen
  • Seitenstütze auf Leichtgängigkeit prüfen
  • Kippständer auf Leichtgängigkeit prüfen
  • Beleuchtung und Signalanlage prüfen
  • Endkontrolle und Prüfen auf Verkehrssicherheit
  • Fehlerspeicher mit BMW Motorrad Diagnosesystem auslesen
  • Servicedatum setzen
  • Service Restwegstrecke setzen
  • Servicedatum und Service Restwegstrecke setzen
  • Ladezustand der Batterie prüfen
  • BMW Service in Bordliteratur bestätigen

===> Hier noch ein paar Fotos vom HP2 Zylinderkopf <===

Klopfen beim Benzinmotor

Aufgrund einer Diskussion über das Problem bei großvolumigen Boxermotoren, habe ich mich um das Thema Klopfen angenommen und wollte es einmal richtig verstehen.
Hier das Ergebnis...

Zuerst kann man sich die Abläufe eines 4-Takt Bezinmotors anschauen:

 

 

Klopfen oder Klingeln entsteht durch schlagartiges Verbrennen des restlichen unverbrannten Luft/Benzingemsiches, nachdem bereits gezündet wurde.
Wenn z.B. 20° vor OT gezündet wird, würde sich bei einer idealen Verbrennung die Wellenfront kugelförmigen auszubreiten und in einer Zeitspanne von ca. 10°-15° n.OT an verschieden Stellen die Zylinderwand ereichen.

Ab dem Zündzeitpunkt steigt aber  der Druck und damit auch die Temperatur rapide an. Dieser Druckanstieg entsteht nicht nur wegen der Kompression durch den Kolben, sondern auch durch die zusätzliche Expansion des Gases während der bereits eingeleiteten Verbrennung. Dabei wird der Rest des Gemisches, das sich noch hinter der Flammenfront befindet und "kühl" sein sollte, so zur normalen Kompression durch den Kolben zusätzlich verdichtet und erhitzt.

Je länger dieser Vorgang der Expansion dauert, umso mehr Radikale werden im unverbrannten Gemisch gebildet und die Selbstentflammung des Gases wird begünstigt.
Wenn dieses Gemisch jetzt schlagartig verbrennt und gegen die Flammenfront des regulär abbrennenden Gases läuft, ergeben sich erhebliche Erschütterungen im Motor und eine Erhöhung der Abgastemperatur.

Wenn man einen Treibstoff mit höherer ROZ verwendet, kann dieser einfach länger kontrolliert abbrennen, weil sich während der Flammausbreitung in dem restlichen Gemisch einfach weniger Radikale bilden. Auf diese Weise kann man bei elektronisch geregelten Motoren mit der Verwendung von Treibstoff mit hohen Oktanwerten dynamisch mehr Leistung erreichen.
Weiters ist die Ansauglufttemperatur ein wichtiger Punkt bei der Betrachtung der chemischen Stabilität des Gases: Je höher die Temperatur des Benzin/Luftgemisches, umso leichter bildet sich selbstentflammbares Gas. Demenstprechend wird bei höhere Kompression durch den Kolben (z.B.: 1:12 statt 1:11 ) die Temperatur des Gemisches schon vor der Zündung erhöht die Bildung einer Selbstentzündung begünstigt. Zusätzlich sind die Wände der Brennräume durch die Öl/Luftkühlung etwas heisser als bei wassergekühlten Fahrzeugen.

Was bei modernen Boxermotoren das Klopfen noch begünstigt, sind die sehr großen Volumina der Brennräume bei gleichzeitig relativ hohen Drehzahlen. Durch die Grösse muss relativ früh (Drehwinkel) gezündet werden und es dauert relativ lange, bis das Gemisch vollständig abgebrannt wurde. Eine spätere Zündung würde zwar das Klopfen verhindern, aber damit sinkt auch der Wirkungsgrad und die Leistung.